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Pause vom Weltuntergang –

Am 2. März 2026

Einkehrtage Rheinland und Westfalen  vom 27.02.2026 bis 01.03.2026 am Möhnesee

Mehr oder weniger staugeplagt waren zur offiziellen Eröffnung unserer Einkehrtage Rheinland und Westfalen im altbekannten und geschätzten Heinrich-Lübke-Haus am Möhnesee fast alle Teilnehmerinnen eingetroffen. Wie immer hatte es vorher einen freundlichen und süßen Willkommensgruß gegeben. Im Gruppenraum wartete eine wunderschön gestaltete Mitte auf uns.

Das Thema unseres diesjährigen Wochenendes lautete „Pause vom Weltuntergang – Zuversicht und Gottvertrauen in turbulenten Zeiten“, ein Thema, welches durch den an diesem Wochenende begonnenen Irankrieg nochmal an Bedeutung gewann.

Als ersten Gast hatten wir Frau Antje Menn eingeladen, früher Superintendentin des Kirchenkreises Lennep, seit einem Jahr beim Landeskirchenamt in Düsseldorf als Vizepräses verantwortlich. Daher lag zunächst der Fokus ihres Vortrags auf den aktuell turbulenten Zeiten im Allgemeinen und insbesondere in der Kirche. Sie zeigte die rasanten Veränderungen der Kirche im Wandel durch gesellschaftliche, politische und andere globale Krisen wie Demographie, Klima, Kriege etc., aber auch speziell kirchliche wie Relevanzverlust, Vertrauensverlust und Ressourcenverluste auf bis hin zu der Frage: was fehlt, wenn Gott fehlt?

Gott sei Dank gibt es aber auch schon viele Prozesse, die sich mit dem Wandel bei vielen, bisher selbstverständlichen und möglichen Errungenschaften beschäftigen, seien es Prioritäten bei Gebäuden, Personal, Gemeindestrukturen usw.  Für Pfarrfrauen (und nicht nur für die) sicher erschreckend sind die Zahlen der Pfarrstellen in der Rheinischen Landeskirche. Die derzeitigen (rechnerischen) Vollzeitstellen betragen noch 1494. Die Planungen sehen vor, diese bis zum Jahr 2030 auf 1000, bis zum Jahr 2040 auf 700 zu reduzieren. Mit unserem bisherigen Bild von Gemeinde und Pfarramt ist das kaum vorstellbar selbst bei weiter abnehmenden Gemeindegliederzahlen.

Es gibt jedoch auch  positive Beispiele, wie Gemeinde auch weiterhin gelingen kann. Einige Gemeinden haben schon positive Erfahrungen mit Multifunktionskräften und  Gemeindemanagerinnen sowie gemeindeübergreifender Arbeitsaufteilung durch  Weggemeinschaften verschiedener Gemeinden gemacht.  Getreu dem Tagungsmotto setzen wir weiterhin auf Gottvertrauen und Zuversicht.

Der Abend wurde dominiert von einem sehr unterhaltsamen Quiz, bei dem alle nur gewinnen konnten. Ausgehend von der Frage, wie oft unsere Einschätzung einer Lage, sei es Klima, Zwischenmenschliches o.ä. sich mit der Realität deckt (d.h. Faktencheck) wurden jeweils Thesen vorgegeben, wo wir uns durch Heben verschiedenfarbiger Kärtchen für eine der vorgegebenen 3 Lösungen entscheiden konnten. Oft war das Erstaunen über die richtige Antwort groß.

Der Samstag begann wie immer mit Morgenlob im Haus oder prayerwalk mit Blick über den Möhnesee bei wunderschönen Morgenhimmel.

Zur Bibelarbeit hatten wir Pfarrerin Almuth Hammerstaedt-Löhr aus dem Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann zu Gast. Sie hatte die Sintflutgeschichte ausgesucht und die Überschrift „‚Solange die Erde steht‘… Nur eine Pause?“ gewählt. Zum besseren Verständnis der vertrauten Geschichte, wie sie im 1. Buch Mose geschrieben ist, sind wir zunächst mit den unterschiedlichen Quellen und der damit verbundenen Frage der Historizität vertraut gemacht worden, haben erfahren, dass es in vielen anderen Kulturen ebenfalls Flutmythen gibt und sind zu dem Ergebnis geführt worden, dass Gott nicht bei dem Vernichtungsbeschluss stehen geblieben ist, sondern dass das Scheitern nicht das letzte Wort hat und Gott versprochen hat, dass er die Erde nie mehr vernichten will. Die Friedenstaube und der Regenbogen sind Symbole, die uns dessen immer wieder gewiss machen sollen.

Zur Verdeutlichung der darin liegenden Hoffnung sind wir nach draußen gegangen und haben naturalistische Sinnbilder mitgebracht, die die im Frühling aufbrechende Natur zeigen. Diese ersten grünen Blättchen, Blüten, Zweige usw. haben unsere schön gestaltete Mitte weiter bereichert.

Am Nachmittag gab es drei verschiedene Angebote. Während drei Frauen fleißig mit verschiedenen Flöten für den Sonntagsgottesdienst geprobt haben, wurden Workshops für Godly Play und Bibliolog angeboten.

Bei Godly Play, eigentlich ein für Kinder entwickeltes Konzept, kommen verschieden Utensilien und Figuren zum Einsatz und die biblische Geschichte wird dadurch lebendiger dargestellt.

Bei Bibliolog wurde Jesu Salbung durch die Sünderin nach Lukas 7 vorgelesen.  Die Teilnehmerinnen waren dazu aufgefordert, sich in unterschiedliche Rollen zu versetzen und aus der Ich-Form heraus, die jeweiligen Gedanken und Gefühle zu formulieren. Dadurch wurde der biblische Text aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und ein intensiveres Wahrnehmen und Verständnis des Textes ermöglicht.

Beide Methoden waren für viel Teilnehmerinnen neu und daher auch eine spannende Erfahrung.

Am Abend gab es dann wieder eine „Pause“ in Form eines Kinoabends (sogar mit den zugehörigen Naschereien). Nach anfänglichen Problemen mit der Technik hat uns der Film „Der Buchspazierer“ nach dem Buch von Carsten Henn  mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle viel Spaß gemacht.

Beim Abendmahlsgottesdienst am Sonntag hat uns das Flötenensemble vom Vortag erfreut. Der Erzählpredigt lag  die Geschichte von Elisa und Gehasi nach dem 2. Buch der Könige Kapitel 4ff zugrunde (vgl. Abdruck der Predigt in diesem Heft). Am Ende des Gottesdienstes bestand wieder die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen.

Mit einer letzten Runde und Reisesegen sowie anschließendem Mittagessen war das Wochenende dann auch schon wieder vorbei. Ein herzlicher Dank geht an das Vorbereitungsteam und die vielen fleißigen Helferinnen. Es war wieder eine gelungene Tagung mit vielen guten Gesprächen und Impulsen. Wir können uns schon jetzt auf die nächste Tagung am selben Ort vom 26. bis 28. Februar 2027 freuen.

Brigitte Monhof

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